Akzeptanz und Toleranz

Gerade in dieser heutigen unsicheren und unberechenbaren Zeit, ist dieses Thema „Aktzeptanz und Toleranz“ von höchster Prorität.

Zu diesem wichtigen Thema passt ein wunderbares Zitat von Matthieu Ricard  (* 1946).

 

Betrachtet man die große Mehrzahl der menschlichen Probleme, sowohl im Persönlichen als auch auf der Ebene der gesamten Menschheit, dann sieht es ganz so aus, als rührten sie von der Unfähigkeit her, echte Fürsorge für andere zu empfinden und sich an deren Stelle zu versetzen. Gewalt ist unvorstellbar, wenn jedermann ehrlich auf das Wohl des anderen bedacht ist.

Die meisten Menschen haben den großen Herzenswunsch, dass wir hier auf dieser Welt -alle- friedlich leben können. Dass niemand um sein Leben Angst haben muss, egal welche Hautfarbe jemand hat, egal welcher Religion jemand zugehört, egal welche politischen Ansichten jemand vertritt und auch egal welche sexuellen Neigungen jemand hat.

Je mehr ich allerdings über diesen globalen Herzenswunsch nachdenke, also ein Wunsch den ja scheinbar fast alle Menschen haben – je mehr beginne ich zu grübeln: wenn wir Menschen uns doch alle Frieden auf der Welt wünschen, warum sieht denn dann – unsere Welt da draußen gerade mal so – ganz anders aus.

Es heißt doch immer: Das was wir denken, das was wir uns wünschen, das ziehen wir an. So würde dieses Gesetz der Anziehung, das Gesetz der Resonanz wirken. Aber, wenn wir doch alle an den Frieden auf der Welt denken, uns diesen doch aus tiefsten Herzen wünschen, dann müssten wir alle doch auch genau diesen Frieden anziehen. Wenn wir alle so denken, dann müssten wir Menschen doch auch alle – ausnahmslos – in einer absolut friedlichen und harmonischen Welt leben.

Doch wenn wir uns die Welt da draußen mal anschauen, sehen wir etwas ganz anderes. Trotz unserem Herzens-Wunsch nach Frieden, leben wir heute in einer Welt mit viel Hass, Krieg, Hunger, Vernichtung, Terror, Mord und Totschlag.

Stimmt diese Aussage vielleicht gar nicht, dass wir – gemäß dem Gesetz der Anziehung alles in unser Leben ziehen, was wir denken. Also das wir all das anziehen, was mit unseren Gefühlen, Gedanken, Worten und Handlungen in Resonanz geht?

Die Aussage stimmt – sie stimmt sogar ganz genau. Wir ziehen all das in unser Leben, was wir denken. Und die Betonung liegt hier auf dem „Denken“. Wir ziehen nicht das in unser Leben was wir uns wünschen, sondern das, worauf wir uns am meisten konzentrieren. Wünschen und Denken – darin liegt der kleine große Unterschied.

Die Hauptursache für das Aussehen unserer Welt – liegt darin, dass unsere Gefühle, Worte, Gedanken und Handlungen nicht mit unseren Wünschen übereinstimmen. Wir sagen zwar, dass wir uns Weltfrieden wünschen, schimpfen dann aber über die vielen Flüchtlinge die in unser Land kommen. Unsere Stimme betont zwar das Wort Weltfrieden, auf politischen Wahlveranstaltungen pfeifen wir dann aber andere Menschen aus, die nicht unserer politischen Meinung sind. Wir sprechen zwar immer von Weltfrieden, schimpfen aber mit unserem Kind, weil es sich beim Spielen die Hose zerrissen hat.

Die Frage ist: Wo fängt denn der Weltfriede an und wo hört er auf?

Weltfrieden beinhaltet doch alles auf der Welt und so fängt der Frieden doch schon im Kleinen an – in der Familie, bei Freunden, auf der Arbeit bis ganz nach oben zur Politik.

Es kommt also nicht nur darauf an, was wir denken oder sagen, sondern auch darauf, wie wir handeln und ganz besonders darauf, was wir bei unseren Wünschen fühlen. Unsere innere Stimme also unser Bauchgefühl ist die Sprache der Seele und die Seele ist das Kontaktmodul nach außen zur kosmischen Welt.

Wenn wir uns Weltfrieden wünschen – darüber nachdenken und auch davon sprechen, wir auf der anderen Seite aber keine ehrlichen friedlichen Gefühle in uns haben oder keine friedlichen Handlungen tätigen, dann sind wir von diesem Weltfrieden, den wir uns ja alle so sehr wünschen, noch ganz ganz weit entfernt. Unsere Wünsche müssen immer mit unseren Gefühlen, Gedanken, Worten und Handlungen übereinstimmen, sodass sie sich letztendlich auch verwirklichen können. Somit sollten wir unseren Wunsch nach Frieden auf der Welt – auch nach außen hin leben – das heißt vor allem – beginnend bei uns selbst, in unserem kleinen privaten Kreis.

Hierzu gehört auch zu seinen Wünschen zu stehen. Aber wie oft stehen wir zu unseren Wünschen nicht, aus Angst dass irgendwas schiefgehen könnte oder noch viel schlimmer, aus Angst, dass wir bei anderen vielleicht blöd dastehen.

Diese Phänomene konnten wir in der Vergangenheit besonders da beobachten, wo homosexuelle Menschen aus Angst vor der Reaktion anderer Menschen, ihre sexuellen Neigungen versteckt haben. Sie haben ihre Liebe zu einem anderen Menschen verleugnet, aus Angst von uns Mitmenschen abgelehnt oder sogar verhöhnt zu werden. Aber wie – soll sich denn für diese Menschen ihr größter Herzenswunsch erfüllen, nämlich „Liebe geben zu dürfen“ oder „Liebe empfangen zu dürfen“ , wenn ihr Herzenswunsch mit ganz großer Angst behaftet ist. Wohlgemerkt – Angst vor uns Mitmenschen.

Ja, auch das gehört zum Thema Weltfrieden – andere Menschen, andere Meinungen und auch vielleicht ungewöhnliche Situationen zu akzeptieren. Wir müssen nicht alles gut finden – was andere sagen oder tun. Wir haben allerdings – auch kein Recht – andere Menschen zu verurteilen.

Akzeptanz und Toleranz ist die Basis für alle Herzenswünsche, insbesondere aber für den größten Herzenswunsch den wir ja alle haben: den Wunsch nach Frieden auf der Welt.